Gemeinsame Projekte

Die Geraer Wohnungsgenossenschaften zum Verkauf der GWB "Elstertal" mbH

Seit der Einleitung des Insolvenzverfahrens für die Stadtwerke AG wird viel über die Auswirkungen für die Stadt Gera und über einen möglichen Verkauf der GWB „Elstertal“ spekuliert.

Die vier Geraer Wohnungsgenossenschaften, die Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Gera eG, die Wohnungsbaugenossenschaft „Glück Auf“ Gera eG, die Wohnungsbaugenossenschaft UNION eG sowie die Wohngenossenschaft „Neuer Weg“ eG haben das Geschehen der zurückliegenden Monate aufmerksam beobachtet. Die OTZ berichtete letztmals am 18.12.2015 über den nunmehr veränderten Gesellschaftervertrag für die Geraer Wohnungsbaugesellschaft „Elstertal“ mbH. Auch wenn es hieß „noch sei nichts entschieden“, ist zu resümieren, dass ein kurzfristiger Verkauf sehr wahrscheinlich ist.Der Insolvenzverwalter ist seinem gesetzlichen Auftrag verpflichtet, für die Gläubiger schnellstmöglich einen hohen Ertrag aus der Verwertung der GWB „Elstertal“ zu erzielen. Im Ergebnis von Vorverhandlungen ist als einziger Interessent der Immobilieninvestor Benson Elliot verblieben. Als neuer Anteilseigner würde damit eine weltweit im Immobilienbereich agierende Beteiligungsgesellschaft den Geraer Wohnungsmarkt als einer der Hauptakteure betreten.

Beteiligungsgesellschaften sind ihren Geldgebern verpflichtet, zugesagte Renditen zu erwirtschaften. Darüber hinaus sieht der neue Gesellschaftsvertrag auch vor, der Stadt Gera eine Mindestdividende von 100.000,- EUR jährlich ab dem Geschäftsjahr 2015 auszuschütten. Die Bewirtschaftung des Wohnungsbestandes der GWB „Elstertal“ muss somit über eine Refinanzierung des Kaufpreises hinaus Einnahmen erbringen, welche nicht für die Entwicklung des Wohnungsbestandes verwendet werden können. Wie sich dies für die 6.500 Wohnungen und ihrer Mieter auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Die Geraer Wohnungsbaugenossenschaften  haben als seit Jahrzehnten regional agierende Großvermieter andere Ausgangspositionen. Als Genossenschaften sind sie bei der Bewirtschaftung ihres Wohnungsbestandes ausschließlich ihren Mitgliedern gegenüber verpflichtet, guten und preisgünstigen Wohnraum bereitzustellen und weiterzuentwickeln.

Über die Gewinnverwendung entscheidet die gewählte Vertreterversammlung, bestehend aus Genossenschaftsmitgliedern bzw. die Versammlung aller Mitglieder der Genossenschaft. Ein Geldabfluss an Investoren oder Anteilseigner erfolgt nicht. Gleich welche Folgen ein zu erwartender Verkauf der Geschäftsanteile der GWB „Elstertal“ für den Geraer Wohnungsmarkt mit sich bringt, die auf Jahrzehnte ausgerichtete langfristige Bewirtschaftung der Wohnungsbestände der Geraer Genossenschaften von insgesamt ca. 13.500 Wohnungen wird in Gera für Wohnungssuchende eine verlässliche und stabile Alternative bleiben. Und in Gera gilt, anders als in anderen deutschen Großstädten, der Mieter hat die Wahl.

Geraer Wohnungsgenossenschaften bekunden Kooperation mit Berufsakademie

Seit vielen Jahren bilden die Geraer Wohnungsgenossenschaften Studenten an der Berufsakademie Gera aus. Hiermit sorgen sie für ihren eigenen, gut qualifizierten Nachwuchs. Die duale Ausbildung an der Berufsakademie verbindet Praxis- und Theorieteile in einer Weise, die den Studenten bereits während des Studiums solide Einblicke in das ausbildende Unternehmen gibt.

Am Freitag vergangener Woche wurde diese Zusammenarbeit noch verstärkt, in dem alle Genossenschaften dem Förderkreis der Berufsakademie beitraten. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „WIR-IN-GERA" soll dies ein weiterer Schritt sein, gemeinsam die Bildungslandschaft in Gera zu verstärken. Herr Prof. Dr. Bernhard Kroll, Leiter der Studienrichtung Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, bedankte sich bei den Vorständen der Wohnungsunternehmen und warb gleichzeitig für mehr Studenten dieser Fachrichtung. Gemeinsam wollen Genossenschaften und Berufsakademie viele Unternehmen in Thüringen und in den angrenzenden Bundesländern für diese duale Ausbildung begeistern.

Die Vorstände der Genossenschaften und Herr Prof. Dr. Kroll (Bildmitte unten)

Modern und attraktiv präsentiert sich der Birkenpark in Gera

Ein Wohnareal von mehr als 30 ha – ehemals im Eigentum der Wohnungsbaugenossenschaft „Glück Auf“ eG – wurde gemeinsam mit der Wohngenossenschaft „Neuer Weg“ eG und der Wohnungsbaugenossenschaft UNION eG umgestaltet und modernisiert. Der gemeinsam mit der Stadt entwickelte städtebauliche Rahmenplan wurde in den Jahren 2003 bis 2008 umgesetzt. Dazu wurden 

  • für 210 Wohnungen Kaufverträge geschlossen,
  • 344 Wohnungen abgerissen,
  • 10 Wohnungen neu gebaut,
  • 340 Wohnungen umgestaltet und modernisiert,
  • die Außenanlagen zu einem Park umgestaltet.

Gemeinsam haben die drei Unternehmen 14,5 Mio. € in die Aufwertung der Wohnungen und 1,5 Mio. € in die Außengestaltung investiert. Der Birkenpark mit seinen mehr als 500 komfortablen, z.T. barrierefreien Wohnungen ist zu einem begehrten Wohnstandort in Gera geworden.

Mission: 5.000 Studenten für Gera

Die Geraer Wohnungsgenossenschaften sind Mitglied im Studenten – Förderverein Gera e.V. Damit unterstützen sie das Ziel des Vereins, die ostthüringer Stadt zu einem Hochschulstandort zu entwickeln. Davon könnte Gera in vielfältiger Hinsicht profitieren.

Mit bürgerlichem Engagement soll allen Geraern, die sich für ein Studium interessieren, klargemacht werden, dass Gera bereits ein Hochschulstandort ist und es sich lohnt, hier zu studieren. 

Perspektivisch muss das Hochschulangebot, entsprechend der Stadtgröße, sowohl qualitativ, als auch quantitativ entwickelt werden. Die Geraer Genossenschaften werben gemeinsam im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit für Gera als Hochschulstandort und unterstützen so den Förderverein bei der Verwirklichung seines Ziels, 5.000 Studenten nach Gera zu holen.

Ihre Spenden und Mitgliederbeiträge tragen zur Finanzierung von Stipendien für Studenten der beiden ansässigen Hochschulen bei.

Mitarbeiterinnen der Wohnungsgenossenschaften am Stand des Fördervereins zum Hochschulinformationstag der SRH – Fachhochschule Gesundheit in Gera.

Zusammenarbeit senkt Energiekosten

Die Geraer Wohnungsbaugenossenschaften haben in den vergangenen Jahres bereit  mehrfach ihren unternehmensbezogenen Energiebedarf gebündelt, um mit der damit entstandenen größeren Abnahmemenge wesentlich bessere Preise am Energiemarkt zu erzielen.

Diese Zusammenarbeit hat allen Mitglieder, deren Wohnungen mit Erdgas beheizt werden, in den vergangenen Jahren sehr viel Geld gespart. Die gemeinsam vorgenommene Ausschreibung der Gaslieferung und der Abschluss von Lieferverträgen mit einheitlichen Laufzeiten für alle Genossenschaften hat  sich im Interesse der Genossenschaftsmitglieder bewährt.

Auch der Einkauf des Hausstroms wird gemeinsam verhandelt. Gewinner davon sind alle, die bei den Geraer Genossenschaften wohnen.